• Hundeherz (2014)

    Premiere: 14.11.2014, fabrik – Potsdam (D)

    INSZENIERUNG: Margarete Biereye & David Johnston
    In Zusammenarbeit mit den Darstellern Polina Borissova, Regis Gergouin, Richard Henschel, Rob Wyn Jones, Nelson Leon, Daisy Watkiss

    BÜHNENBILD UND LICHT:
    Daisy Watkiss

    KONSTRUKTIONEN:
    Regis Gergouin
    Nelson Leon
    Daisy Watkiss

    MARIONETTEN:
    Nelson Leon
    Daisy Watkiss

    GASTSPIELMANAGEMENT:
    Catherine Launay

    Das Ton und Kirschen Theater bedankt sich für die Förderung beim Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg und beim Kulturamt des Landkreises Potsdam-Mittelmark.

    HUNDEHERZ ist eine Erzählung des russischen Schriftstellers Michail Bulgakow. Sie handelt von einem, durch ein Experiment aus einem Hund entstandenen, grobschlächtig-ruchlosen Menschen, der sich zum Albtraum für seinen Schöpfer entwickelt.
    Verfasst wurde das Werk 1925. Es ist sehr zeitkritisch, besitzt aber auch eine eigentümliche mystische Dimension. Nach seiner Erscheinung wurde es wegen seiner unverkennbaren allegorischen Anspielungen verboten. Erst 1987, 47 Jahre nach dem Tode des Autors, konnte die Erzählung in der Sowjetunion erscheinen.
    Die Geschichte spielt im Winter1924/25 in Moskau, vorwiegend in der Wohnung des erfolgreichen und wohlhabenden Chirurgen Professor Filipp Filippowitsch Preobrashenski, der sich auf verjüngende Operationen spezialisiert hat. In einem Experiment implantiert er zusammen mit seinem Assistenten dem streunenden Hund Sharik die Hirnhangdrüse und Hoden eines kürzlich verstorbenen Alkoholikers und Kleinkriminellen. Wider Erwarten überlebt der Hund den Eingriff, gesundet allmählich und bekommt in den nächsten Tagen mehr und mehr menschliche Züge: Er verliert sein Fell, wächst, und geht auf Hinterbeinen und beginnt zu sprechen. Nachdem seine Umwandlung in einen Menschen abgeschlossen ist, stellt sich heraus, dass er die negativen Eigenschaften des Spenders ererbte: schlechte Manieren, Aggressivitäten, vulgäre Ausdrucksweise und einen starken Hang zum Alkohol.
    Der neue Mensch macht mit seinem Verhalten das Leben in der Wohnung des Professors vollends zu einem Albtraum, was diesen und seinen Assistenten dazu veranlasst, die Verwandlung rückgängig zu machen: Sharik wird erneut operiert und verwandelt sich zurück in einen Hund. Sharik kann sich nicht an die Ereignisse erinnern und ist dazu bestimmt, ein angenehmes Leben in der Wohnung des Professors zu führen.
    Bulgakow ist ein Sprachkünstler und seine Methode eine durch und durch modernistische: Stets zeigt er die Dinge in einer gesteigerten, überzeichneten Form und sorgt für groteske Konstellationen. Es gibt in dem Werk keine „Guten“ und „Bösen“, alle erscheinen in demselben grellen Scheinwerferlicht und wirken, jeder auf seine Weise bizarr und befremdlich. Der Autor schont niemanden. Sie all erweisen sich als polyphon, aus mannigfachen Facetten bestehend, die – wie auf Bildern von Otto Dix oder George Grosz – in einem schrillen Mosaik erschillern.