Ton und Kirschen befindet sich in der Winterpause
Wir freuen uns auf die neue Saison, und wir wären glücklich Sie wieder begrüßen zu können!
Wir freuen uns, die Premiere von "Die Legende vom heiligen Trinker" von Joseph Roth im August 2020 anzukündigen. Wir werden demnächst mehr Informationen zu diesem neuen Stück und die Daten senden.
Das Stück "Die Bergwerke zu Falun" von E.T.A Hoffmann wird auch nochmal in diesem Jahr zu sehen sein.
Viele Grüße und bis bald, Ton und Kirschen Theater

DIE LEGENDE VOM HEILIGEN TRINKER, Joseph Roth

Premiere: 14.08.2020, Lenzen

Joseph Roth wurde am 2. September 1894 geboren. Seine Mutter war Jüdin. Seinen Vater lernte er nie kennen. Roth war der ewig Rastlose und Heimatlose. Er kam aus der hintersten Ecke des k.u.k. Reiches, aus Brody in Ostgalizien, am Rand eines Vielvölkerreiches, um das er zeitlebens trauerte. Er studierte in Wien, schrieb vorerst Gedichte und später auch Romane ( u.a. , < Radetzkymarsch>). Er wurde zu einem der bestbezahlten Journalisten seiner Zeit. Nach Machtübernahme durch die Nationalsozialisten verließ Joseph Roth, wie viele andere verfemte Autoren, Deutschland und ging nach Paris ins Exil. Er, der staatenlos Gewordene schrieb « Jetzt habe er nur noch eine Heimat: die deutsche Sprache ».

Er schrieb in Cafés. Er schrieb jeden Tag bis Sonnenuntergang und bis in die letzten Tage seines Lebens und trank bis zu seinem Tod.

Joseph Roth liebte vor allem den einfachen Menschen und wusste die Poesie im Alltäglichen aufzuspüren.

« Wie Roth gern in seinen Berichten erzählt hat, so hat er in seinen Erzählungen am liebsten berichtet: Er war hier wie da ein großer Mitteiler. Nicht die Poesie hat er verpönt, sondern die als poetisch geltenden Ausdrucksmittel. Und je lyrischer die Motive seiner Prosa – etwa in >der Legende vom heiligen Trinker>, die wirklich eine Legende ist und eine der schönsten, die in diesem Jahrhundert gedichtet wurde -, desto sachlicher und präziser die Darstellung. » (Marcel Reich- Ranicki)

DIE LEGENDE VOM HEILIGEN TRINKER schieb Joseph Roth im Frühjahr 1939. Er starb am 27. Mai desselben Jahres. Es war seine letzte Erzählung, eine Wundergeschichte, eine melancholische und versöhnliche Legende, die er als sein Testament bezeichnete.

Andreas, ein Pariser Clochard ist ein Trinker. Er erhält von einem vornehmen Herrn zweihundert Francs, die eigentlich der heiligen Therese von Lisieux gestiftet werden sollen, sobald es ihm besser gehe. Und das Leben meint es wirklich wieder gut mit Andreas. Nun wird er wie versprochen das Geld zurückgeben. Ganz bald, gleich nach dem nächsten Pernod.

Nach 28. Jahren unserer Existenz als Theatergruppe Ton und Kirschen entschieden wir uns für diesen Stoff von Joseph Roth, noch heute einer unserer Lieblingsdichter, um ihn für die Bühne zu bearbeiten. Das Thema ist von äußerster Aktualität.

Zuletzt aktualisiert: 29.02.2020